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Die Leichtigkeit von der ich gar nicht wusste, dass sie mir fehlt

29. Aug.
4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 30. Aug.


Ich muss gerade selbst ein bisschen weinen, während ich das schreibe.

Nicht, weil etwas Schlimmes passiert ist.

Sondern weil ich gerade wieder etwas spüre, von dem ich gar nicht gemerkt habe, wie sehr es mir gefehlt hat:

Leichtigkeit.


In den letzten Tagen ist etwas in mir ruhiger geworden.

Ich wache morgens auf und habe nicht sofort dieses Gefühl, etwas tun, leisten, schaffen oder irgendwohin zu müssen. Außer zu meiner Arbeitsstelle – welch ein Segen. Ich fahre wirklich gerne dort hin. Das gab es auch noch nicht oft in meinem Leben, abgesehen von meiner Selbstständigkeit.


Morgens gehe ich mit dem Hund raus und plötzlich ist da dieser Sonnenaufgang.

Milane, die über mir ihre Kreise ziehen.

Ein Fuchs, der meinen Weg kreuzt.

Schmetterlinge und Libellen, die durch die Luft tanzen.

Das Licht zwischen den Bäumen und die rauschenden Blätter im Wind.

Und ich stehe da. Und freue mich.

Einfach so.

Manchmal kommen mir dabei sogar die Tränen.

Freudentränen.

Und ich glaube, genau das berührt mich gerade so sehr, denn ich kenne auch andere Zeiten.

Zeiten, in denen ich morgens nicht aus dem Bett kam.

In denen die Freude einfach nicht da war. Lustlosigkeit, kein Antrieb.

Zeiten, in denen arbeiten gehen sich nach so viel Müssen, Verantwortung, Schwere und Druck angefühlt hat. Ohne Selbstbestimmung.

In denen ich tief unten festhing und mir so sehr gewünscht habe, endlich wieder etwas anderes zu spüren.

Und heute?

Heute ist jetzt.

Und genau das wird mir gerade immer bewusster.

Ich darf loslassen.

Den Druck, die Sorgen, das Gefühl, immer weiterrennen, funktionieren und etwas erreichen zu müssen.

Auch wenn das Außen manchmal genau das von uns zu verlangen scheint.

Ich darf Leichtigkeit spüren, ich darf morgens mit meinem Hund losgehen und mich über die Natur und diese Weite hier auf dem Land erfreuen, es auch tief zu spüren, welch ein Luxus das eigentlich ist.

Und plötzlich ist es auch egal, wie das Wetter gerade ist.

Der Moment ist einfach schön.

WOW. Was für ein Gefühl.

Ich darf mich einfach freuen, dass ich da bin.

Die Gedankenkreise losgelassen.

Was für ein entspannter Moment.

Und wenn ich heute darauf zurückblicke, dann glaube ich, dass genau darin auch eines meiner größten Learnings aus den letzten acht Jahren liegt.

Seit über acht Jahren bin ich auf diesem Weg.

Auf dem Weg zu mir selbst.

Zur Persönlichkeitsentwicklung - eigentlich mag ich das Wort nicht, aber ich finde kein passenderes... Zur Veränderung. Zum Verstehen. Zum Fühlen.

Ich habe Therapien gemacht, Coachings in verschiedensten Richtungen in Anspruch genommen, mich begleiten lassen. Ich habe viele Aus- und Weiterbildungen gemacht, gelesen, gelernt, reflektiert, ausprobiert und immer wieder neue Perspektiven kennengelernt.

Und irgendwie bin ich dabei immer wieder an ähnliche Punkte gekommen.

Ich dachte oft:

Da geht es noch tiefer.

Also bin ich wieder tiefer gegangen.

Habe mich mit neuen Themen beschäftigt, neue Dinge gelernt, mich selbst noch ein Stück genauer betrachtet. Manchmal bzw. heute mit dem Gefühl der nie endenden Selbstoptimierung.

Und heute glaube ich:

All dieses Wissen war wichtig, diese Erfahrungen waren wichtig.

Diese Menschen, die mich ein Stück begleitet haben und die ich im Zuge dessen kennengelernt habe, waren wichtig.

Aber irgendwann geht es nicht mehr darum, noch mehr zu wissen.

Nicht noch ein Buch. Nicht noch eine Ausbildung. Nicht noch ein Coaching. Nicht noch eine Methode.

Irgendwann geht es darum, das, was wir längst wissen, wirklich zu fühlen.

Es aus dem Kopf in den Körper zu bringen, es nicht nur zu verstehen, dass ich wertvoll bin.

Sondern es zu spüren!

Nicht nur zu wissen, dass ich loslassen darf.

Sondern tatsächlich loszulassen.

Nicht nur darüber zu reden, dass das Leben leicht sein darf.

Sondern diese Leichtigkeit irgendwann mitten im Leben zu erfahren.

Und vielleicht ist genau das gerade passiert.

Nicht plötzlich und nicht über Nacht.

Sondern Stück für Stück.

Durch all die Erfahrungen, Erkenntnisse, schweren Zeiten. Durch das Hinsehen, Hinfallen und Wiederaufstehen. Durch das immer wieder Losgehen.

Bis etwas in mir angefangen hat, sich wirklich zu verändern.

Und heute spüre ich etwas, wonach ich mich so lange gesehnt habe:

Gelassenheit.

Leichtigkeit.

Zufriedenheit.

Und dieses große Loslassen.

Vielleicht ist das die Veränderung, nach der ich all die Jahre gesucht habe.

Nicht eine neue Version von mir zu werden.

Sondern immer mehr bei mir anzukommen. Weil es ist ja schon alles da, ich bin ja da!

Vielleicht habe ich in der Vergangenheit zu oft versucht, aus meinem Leben etwas machen zu müssen. Etwas zu erreichen und unterbewusst auch Anerkennung zu bekommen.

Warum?

Darüber schreibe ich extra noch einmal.

Einen Plan haben zu müssen. Struktur. Disziplin, ein Ziel, ein Konzept, eine Aufgabe. (mit ADHS übrigens echt extrem schwierig ;-))

Eine Version von mir, die irgendwo ankommen soll, obwohl ich im Kopf weiß, dass das Quatsch ist und ich auch so wertvoll genug bin.

Und gerade fühlt es sich so schön an, einfach nur da zu sein.

Nicht immer etwas erklären, vermitteln, präsent sein usw.

Nicht immer Coach sein und Mehrwert posten.

Einfach Yvonne sein.

Mitten im Leben.

Und vielleicht ist genau das gerade mein größtes Geschenk:

diese pure Freude am Sein.

Diese Leichtigkeit.

Dieses Gefühl, das immer inniger wird.

Und manchmal stehe ich morgens da, habe Tränen in den Augen und denke einfach nur:

Puuuh…was ist das schöööön!

Vielleicht ist Glück manchmal gar nichts Großes.

Vielleicht ist es genau dieser eine Moment,

in dem wir plötzlich wieder merken:

Ich bin da.

Ich bin lebendig.

Und ich darf das Leben gerade einfach genießen – so wie es ist!

Kennst du dieses Gefühl?

Sehnst du dich auch danach?

Ich habe mich schon so oft danach gesehnt und in den vergangenen Jahren winzige Sekundenmomente auch wahrgenommen.

Aber JETZT ist es tiefer, länger und irgendwie sogar abrufbar.

Kann man das so sagen?

Ja. Ich denke schon. :-)

Denn ich merke:

Ich muss nicht mehr darauf warten, dass zufällig ein schöner Moment entsteht.

Ich kann innehalten.

Ich kann wahrnehmen.

Ich kann mich entscheiden, diesen Moment wirklich zu fühlen.

Und manchmal ist sie dann einfach da:

diese Leichtigkeit.

Nicht, weil im Außen plötzlich alles perfekt ist.

Sondern weil sich in mir etwas verändert hat und vielleicht ist genau das der Unterschied.


______

Das war und ist mein erster Blogeintrag.

Cool.

Ein schönes Gefühl.

Es darf wachsen.

Ich freue mich auf die weitere Reise und dich als Leser*in

Deine Yvonne


 
 
 

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